Kalkulationszinssatz

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von Clemens Werkmeister

Der Kalkulationszinssatz ist ein Zinssatz, der in verschiedenen betrieblichen Rechnungen zum Einsatz kommt. Er dient insbesondere zur

Die Verwendung kalkulatorischer statt tatsächlicher Zinssätze erfolgt aus mehreren Gründen:

  • Vereinfachung: Ein Betrieb nutzt regelmäßig viele Finanzierungs- oder Anlagemöglichkeiten mit unterschiedlichen Zinssätzen und verfügt darüber hinaus noch über potenzielle Alternativen. Deren Erfassung und explizite Berücksichtigung ist aufwendig. Die Verwendung eines pauschalen Kalkulationszinssatzes vereinfacht dies.
  • Prognose: Einige Formen der Finanzierung (etwa durch Eigenkapital oder durch Lieferantenkredite) sehen keine explizite Verzinsung vor. Die Gegenleistung erfolgt auf andere Weise (etwa über Dividenden oder im Preis der gelieferten Güter). Mit einem Kalkulationszinssatz kann diese Gegenleistung geschätzt und berücksichtigt werden. Allerdings sind Doppelerfassungen zu vermeiden.
  • Entscheidungsunterstützung durch Erfassung von Opportunitätskosten: Entsprechend bieten sich bei der Mittelverwendung Alternativen zu dem zu beurteilenden Projekt. Der Kalkulationszinssatz kann als Opportunitätskostensatz für den Kapitaleinsatz dienen. Soweit die Alternativverwendung keinen expliziten Zinssatz vorsieht, ist der Kalkulationszinssatz wieder ein Schätzwert.
  • Steuerung: Schließlich kann ein Kalkulationszinssatz in der Kapitalbudgetierung oder im Beteiligungscontrolling als Mindestanforderung für die Verzinsung eines Projekts eingesetzt werden (Hurdle Rate). Er dient dann als Lenkpreis für die Steuerung knapper finanzieller Mittel.

Für die Festlegung eines Kalkulationszinssatzes gibt es mehrere Ansätze:

Die Alternative zur Verwendung eines einheitlichen Kalkulationszinssatzes ist die Investitionsrechnung mit differenzierten Zinssätzen.